Samstag, 3. oktober 2009 6 03 /10 /2009 23:37

Wenn wir uns entscheiden, Christus zu folgen, wird jeder Tag unseres Lebens ein Tag des Leidens, der Tränen, der Schmerzen. Zuweilen taucht diese Frageauf: "Herr, warum hast Du uns so geschaffen, dass wir durch so viel Leiden gehen müssen?" Es gelingt uns einfach nicht zu verstehen, dass diese negative Erfah- rung der Weg zum Heil sein soll.
 

Das Dasein auf Erden bedeutet für den Menschen ein Leiden ohne Ende. Warum ertragen wir all dies? Weil der Schöpfer gekommen ist und unter uns gewohnt hat. Und nun kennen wir Ihn persönlich.
 

Wir sind nach dem ,,Ebenbild und Gleichnis Gottes" geschaffen. Wenn wir die Realität unseres täglichen Lebens an dieser göttlichen Offenbarung messen, geraten wir in Verzweiflung. Warum ist es so schwierig, im Hier und Jetzt als Christ zu handeln? Weil es um das göttliche, ewige Leben geht. Welches Verhältnis besteht für uns, die wir aus dem Nichts geschaffen sind, zwischen unserer Nichtigkeit, unserer Armseligkeit und dem so erhabenen unendlichen Ziel?
 

Der Kampf um das Heil kann manchmal sehr einfach, manchmal sehr kompliziert sein, jenseits aller menschlichen Kraft.
 

Gewiss ist es besser nicht zu sündigen. Doch wenn die Reue zur Flamme wird, kann sie jeglichen Verlust wieder gutmachen.
 

Wir müssen den Geist der Reue während unseres ganzen Lebens aufrechterhalten, bis ans Ende. Die Reue ist das Fundament allen asketischen und geistigen Lebens. Das Gespür, die Intuition für das, was Sünde ist, können so stark in uns werden, dass sie tatsächlich eine tiefe Reue in uns bewirken.
 

Wir können für Stunden, Wochen, Jahre weinen, bis unser Wesen gänzlich durch das Wort Christi, durch Seine Gebote, und vor allem durch die Gnade des Heiligen Geistes erneuert ist. Diese Umwandlung unseres Wesens - nach dem Fall Adams - verlangt große Anstrengungen. Und viel Zeit.
 

Die Reue nimmt kein Ende auf Erden, weil das Ende der Reue bedeuten würde, dass wir in allem Christus gleich geworden sind. Der geringste Unterschied zwischen Christus und uns verlangt nach einer tiefgehen- den Reue: ,,Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, habe Erbarmen mit uns." Diese Worte drücken die Distanz aus, die wir zwischen Ihm, dem absoluten und ewigen Sein, und uns selbst empfinden. "Wenn wir nicht wirklich in allem dem Herrn ähnlich sind, wie können wir dann ewig bei Ihm sein?" Diese Frage stellt sich der heilige Symeon der Neue Theologe. Für ihn wie ach für uns ist das unmöglich. Uns bleibt nur die Geduld.
 

Die Menschen können nicht aus sich selbst heraus verstehen, wann sie sündigen und wann nicht. Einzig der Herr und der Heilige Geist können dies offenbaren. Im Paradies, als Jesus Christus mit Adam sprach, stritt dieser die Anklage ab: "Du bist es doch, der mir diese Frau gegeben hat, und sie ist es, die mir diese Frucht zu kosten gab." Geben wir uns doch alle Mühe, nicht Gott anzuklagen.

von André Rademacher - Community: Christ sein
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